Wärmepumpe Kosten: Was Einbau und Betrieb kosten und wann sich der Umstieg rechnet

Auf den Punkt:

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet im Einfamilienhaus mit Einbau im Mittel rund 36.400 € vor Förderung, der Median liegt bei rund 34.900 € (Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, 160 Angebote). Eine Erdwärmepumpe mit Sonde liegt bei 25.000 bis 49.000 € (ADAC). Im Rechenbeispiel, einem Altbau mit 130 m², kostet der Betrieb mit Wärmepumpentarif rund 1.760 € im Jahr, mit Gas rund 2.560 € und mit Öl rund 3.600 €. Gegenüber Gas rechnet sich der Umstieg über 15 Jahre nur mit hoher Förderung, gegenüber Öl deutlich eher. Die Rechnung hängt an der KfW-Förderung, die sich seit dem 21. Juli 2026 geändert hat und ab 2027 weiter sinkt.

Von Stefan Kratzert

*Stand: 25. Oktober 2026. Energiepreise und Förderbedingungen ändern sich schnell. Nächste Prüfung dieser Seite: spätestens im Januar 2027, weil sich die KfW-Förderung zum 1. Februar 2027 ändert.*

Förderstand, von dem die Rechnung abhängt: Die KfW hat die Heizungsförderung zum 21. Juli 2026 geändert. Förderfähig sind höchstens 28.000 € (vorher 30.000 €), die Grundförderung beträgt 30 %. Ab dem ersten Quartal 2027 soll sie auf 15 % sinken. Die Wirtschaftlichkeitsrechnung auf dieser Seite hängt an dieser Förderung: Fällt sie niedriger aus, verschlechtert sich jedes Ergebnis mit Wärmepumpe.

Wärmepumpe Kosten: die kurze Antwort

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet im Einfamilienhaus mit Einbau im Mittel rund 36.400 € vor Förderung, der Median liegt bei rund 34.900 €. Die Spanne reicht von 21.100 bis 54.200 € (Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, 160 Angebote, erstellt September 2025 bis April 2026). Eine Erdwärmepumpe mit Sonde liegt nach ADAC-Angaben (Stand Sommer 2026) bei 25.000 bis 49.000 €. Im Rechenbeispiel unten, einem Altbau mit 130 m², kostet der Betrieb mit Wärmepumpentarif rund 1.760 € im Jahr, mit Gas rund 2.560 € und mit Öl rund 3.600 €. Ob sich der Umstieg rechnet, entscheiden drei Größen: der Strompreis, die Jahresarbeitszahl und die Förderung. Gegenüber Gas rechnet er sich im Beispiel nur mit hoher Förderung, gegenüber Öl bei den heutigen Preisen deutlich eher. Die Rechnung steht Zeile für Zeile auf dieser Seite, damit Sie sie mit Ihren eigenen Werten wiederholen können.

Was kostet eine Wärmepumpe mit Einbau?

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz wertet Angebote aus, die Hausbesitzer in der Energieberatung einreichen. Die zweite Auswertung umfasst 160 Angebote für Luft-Wasser-Wärmepumpen in Ein- und Zweifamilienhäusern, erstellt von September 2025 bis April 2026. Es sind Angebotspreise, keine abgerechneten Endkosten.

Kennzahl (Luft-Wasser, Einfamilienhaus)Wert
Mittelwert der Angebote36.397 €
Median34.898 €
Günstigstes / teuerstes Angebot21.099 € / 54.168 €
Spezifische Kosten, Mittelwert4.283 € je kW Heizleistung

Quelle: Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, „Luft-Wasser-Wärmepumpen: Zweiter Check von 160 Angeboten“. Die Stichprobe stammt aus Rheinland-Pfalz und ist nach Angabe der Verbraucherzentrale nicht ohne Weiteres auf den Gesamtmarkt übertragbar.

Was in der Summe steckt

Das Gerät ist nur ein Teil. Die Verbraucherzentrale weist die Einzelposten aus, soweit Angebote sie getrennt aufführen. Das Aggregat allein lässt sich nicht sauber abgrenzen, weil andere Komponenten oft eingerechnet sind. Nach ADAC (Stand Sommer 2026) kostet das Luft-Wasser-Gerät 8.000 bis 16.000 € und Montage samt Material 7.000 bis 15.000 €.

KostenblockMedianMittelwertAngebote mit Einzelpreis
Montage / Lohn6.650 €6.634 €78
Elektroinstallation2.687 €2.767 €78
Umbau Zählerschrank2.966 €2.806 €34
Warmwasserbereitung (Speicher o. Ä.)2.106 €2.190 €43
Pufferspeicher1.237 €1.498 €44
Fundament Außengerät1.399 €1.607 €64
Hydraulischer Abgleich1.071 €1.172 €89

Quelle: Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, zweiter Check. Die Blöcke lassen sich nicht aufaddieren, weil jede Zeile auf einer anderen Teilmenge der Angebote beruht.

Woher die Spannen kommen

  • Leistung. Kleine Anlagen sind je kW teurer. Nach der Verbraucherzentrale liegen Anlagen von etwa 4 bis 7 kW häufig bei 5.000 bis 8.500 € je kW, Anlagen von etwa 8 bis 12 kW bei 3.000 bis 5.000 € je kW und Anlagen ab etwa 12 kW oft nur noch bei 2.300 bis 3.500 € je kW.
  • Vollständigkeit. Nicht jedes Angebot enthält alles: Fundament (68 %), Elektroinstallation (80 %), hydraulischer Abgleich (86 %), Heizkörpertausch nur in 23 % der Angebote. Ein günstiges Angebot kann deshalb unvollständig sein.
  • Lohnkosten. Montage und Lohn schwanken zwischen 2.975 € und 13.836 €.
  • Gebäude. Zusatzarbeiten im Altbau (Heizkörper, Elektrik, Leitungen, hydraulischer Abgleich) nennt der ADAC mit 5.000 bis 20.000 €, je nach Umfang.

Erdwärme und Grundwasser

Bei Sole-Wasser kommt die Erschließung der Wärmequelle hinzu. Der ADAC (Stand Sommer 2026) nennt für das Gerät 10.000 bis 18.000 €, für Montage und Material 7.000 bis 15.000 €, für die Erdsonde 8.000 bis 16.000 € und für einen Flächenkollektor 3.000 bis 10.000 €. Mit Sonde ergibt das in der Summe 25.000 bis 49.000 €. Bei Wasser-Wasser kostet das Gerät 10.000 bis 20.000 €, dazu kommen zwei Brunnen. Deren Preis nennt der ADAC nicht gesondert, er hängt von Tiefe und Genehmigung ab.

Förderung kurz eingeordnet

Alle Zahlen oben sind Kosten vor Förderung. Den Zuschuss gibt es über das KfW-Programm 458 (Heizungsförderung für Privatpersonen). Seit dem 21. Juli 2026 gilt: Grundförderung 30 %, förderfähige Kosten für die erste Wohneinheit höchstens 28.000 €, die Gesamtförderung ist auf 80 % der förderfähigen Kosten begrenzt. Dazu kommen ein Einkommensbonus für selbstnutzende Eigentümer und ein Klimageschwindigkeitsbonus von 16 % beim Austausch bestimmter Heizungen. Bei Gas gilt er für mindestens 20 Jahre alte Anlagen. Ab dem ersten Quartal 2027 soll die Grundförderung auf 15 % sinken, der Förderhöchstbetrag sinkt ab 1. Februar 2027 halbjährlich um 750 €. Den Antrag stellen Sie vor dem Einbau, mit einem Liefer- und Leistungsvertrag unter Bedingung. Bedingungen, Boni und Fristen erklärt der Ratgeber Wärmepumpe Förderung: KfW 458, BAFA und BEG nach der Reform 2026. Quellen: KfW-Pressemitteilung vom 8. Juli 2026, ADAC „Neue Konditionen für die Wärmepumpe-Förderung seit 21. Juli 2026“ (Stand 21.07.2026).

Was kostet der Betrieb einer Wärmepumpe?

Stromverbrauch und Strompreis

Der Stromverbrauch ergibt sich aus dem Wärmebedarf geteilt durch die Jahresarbeitszahl (JAZ). Die JAZ sagt, wie viel Wärme die Anlage pro kWh Strom im Jahresmittel liefert. Das Fraunhofer ISE hat im Projekt „WP-QS im Bestand“ Wärmepumpen in bestehenden Wohngebäuden gemessen. Für Luft-Wasser-Anlagen liegt die JAZ im Mittel bei 3,4, die Spanne reicht von 2,6 bis 4,9. Für Erdreich-Anlagen liegt der Mittelwert bei 4,3 bei einer Spanne von 3,6 bis 5,4 (Abschlussbericht, Fassung vom 25. November 2025, Hauptauswertejahr 2024). Wie sich die JAZ zusammensetzt und was sie beeinflusst, erklärt der Ratgeber Wärmepumpe Stromverbrauch: Jahresarbeitszahl, COP und SCOP richtig rechnen.

Für den Strompreis gibt es zwei Wege:

  • Haushaltsstrom. Der BDEW nennt für 2026 bisher einen Durchschnitt von 37,0 ct/kWh (Strompreisanalyse August 2026, Basis 3.500 kWh Jahresverbrauch).
  • Wärmepumpentarif. Der ADAC (Stand 30. September 2026) nennt bundesweit 20 bis 28 ct/kWh, dazu etwa 115 € Grundpreis im Jahr. Für einen separaten Tarif mit eigenem Zähler fallen nach ADAC etwa 140 bis 220 € im Jahr an Zähler- und Grundgebühren an. Der zweite Zähler lohnt sich meist ab etwa 3.000 bis 4.500 kWh Wärmepumpenverbrauch im Jahr.

Monatliche Kosten

Im Rechenbeispiel (Wärmepumpe mit Wärmebedarf 18.000 kWh, JAZ 3,4, rund 5.294 kWh Strom) kostet die Wärmepumpe im Monat:

Strom, Zähler und Grundpreis pro MonatWartung pro MonatSumme pro Monat
Wärmepumpentarif (23 ct/kWh, 180 € Zähler und Grundpreis im Jahr)rund 116 €30 €rund 146 €
Haushaltsstrom (37,0 ct/kWh)rund 163 €30 €rund 193 €

Zur Einordnung nennt der ADAC Betriebskosten von 750 bis 1.600 € im Jahr, abhängig von Strompreis, Dämmung und Effizienz. Der Heizspiegel 2026 kommt für ein durchschnittliches 130-m²-Einfamilienhaus auf 1.300 € Heizkosten im Jahr mit Wärmepumpe (Prognose, ohne Heiznebenkosten).

Wartung

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz fand Wartungskosten in nur 22 von 160 Angeboten: 196 bis 452 € je Wartung, Mittelwert 356 €, Median 360 €. Fragen Sie die Wartungskosten deshalb schon im Angebot ab. In unserer Rechnung setzen wir 360 € im Jahr an. Das ist vorsichtig gerechnet, denn die Verbraucherzentrale nennt die Kosten je Wartung, nicht je Jahr.

Wie stark die JAZ die Kosten treibt

Gleiches Haus, gleicher Wärmebedarf, nur die JAZ ändert sich. Die Spalten enthalten Strom, Zähler und Grundpreis bzw. Wartung (360 €). Zum Vergleich: Gas kostet im Beispiel 2.561 € im Jahr.

JAZStromverbrauchBetrieb mit WärmepumpentarifBetrieb mit Haushaltsstrom
2,6 (unteres Ende der Messungen)6.923 kWh2.132 €2.922 €
3,06.000 kWh1.920 €2.580 €
3,4 (Mittel der Messungen)5.294 kWh1.758 €2.319 €
4,04.500 kWh1.575 €2.025 €
4,9 (oberes Ende der Messungen)3.673 kWh1.385 €1.719 €

Heizkosten pro m²: Was ist normal?

Der Heizspiegel 2026 von co2online, Deutschem Mieterbund und Bauherren-Schutzbund (22. September 2026) nennt für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 130 m² die Heizkosten pro Jahr. Die Werte je m² haben wir daraus umgerechnet.

Energieträger2025 (Abrechnung)2026 (Prognose)2026 je m²
Wärmepumpe1.260 €1.300 €10,00 €
Holzpellets1.415 €1.740 €13,38 €
Erdgas2.040 €1.930 €14,85 €
Fernwärme2.040 €2.055 €15,81 €
Heizöl2.145 €2.745 €21,12 €

Die Werte sind Durchschnitte ohne Heiznebenkosten. Ihr Haus kann deutlich abweichen, vor allem durch Dämmstand und Vorlauftemperatur.

Umstieg von Gas oder Öl: die Vergleichsrechnung

Die folgende Rechnung ist ein Beispiel, kein Angebot. Ändern Sie die Annahmen auf Ihre Werte, das Vorgehen bleibt gleich.

Annahmen

GrößeAnnahmeQuelle
GebäudeEinfamilienhaus, Altbau, 130 m²Größe wie Referenzhaus im Heizspiegel 2026
Wärmebedarf Heizung und Warmwasser18.000 kWh im JahrAnnahme dieses Beispiels (rund 138 kWh/m²)
Gas20.000 kWh Endenergie, Nutzungsgrad 90 %Referenzverbrauch BDEW, Nutzungsgrad Annahme
Öl2.000 l (10 kWh je Liter, Nutzungsgrad 90 %)Annahme
Jahresarbeitszahl3,4Fraunhofer ISE, Mittel Luft-Wasser in bestehenden Wohngebäuden (Abschlussbericht 25.11.2025)
Gaspreis11,93 ct/kWh inkl. Grundpreis, Steuern und CO₂-PreisBDEW Gaspreisanalyse August 2026, Einfamilienhaus, 2026 bisher
Heizölpreis171,28 € je 100 lEU Weekly Oil Bulletin, Heizöl Deutschland, Preis mit Steuern, Preisstand 19.10.2026
Strom Wärmepumpe23 ct/kWh plus 180 € Zähler und Grundpreis (Tarif) oder 37,0 ct/kWh (Haushaltsstrom)ADAC Stand 30.09.2026, BDEW Strompreisanalyse August 2026
Wartung Wärmepumpe360 € im JahrVerbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Median je Wartung
Wartung, Schornsteinfeger, Messdienst Gas175 € im Jahrco2online, Stand 21.05.2026
Wartung Öl175 € im Jahr, wie bei Gas angesetztAnnahme: co2online nennt den Wert nur für Gas, für Öl liegt uns keine eigene Angabe vor
Anschaffung Wärmepumpe35.000 €Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Median 34.898 € gerundet
Anschaffung neuer Gaskessel7.500 € (nur Wärmeerzeuger inkl. Einbau)Mitte der co2online-Spanne 6.000 bis 9.000 €
Förderung30 % auf höchstens 28.000 € = 8.400 €, Maximalfall 80 % = 22.400 €KfW 458 ab 21.07.2026, ADAC Stand 21.07.2026
Betrachtungszeitraum15 Jahre, Preise konstant, ohne Zinsen und ReparaturenAnnahme

CO₂-Preis: Er steckt im Gaspreis. Für 2026 gilt in Deutschland ein Preiskorridor von 55 bis 65 € je Tonne CO₂. Für 2027 sieht der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Änderung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes (Bundestags-Drucksache 21/7869 vom 7. September 2026) denselben Korridor vor. Das Gesetz ist damit noch ein Entwurf. Erdgas setzt nach den Emissionsfaktoren des Umweltbundesamts rund 200 g CO₂ je kWh frei. Zehn Euro je Tonne CO₂ verteuern den Gaspreis deshalb um etwa 0,2 ct/kWh.

Ergebnis pro Jahr

GasÖlWärmepumpe, WärmepumpentarifWärmepumpe, Haushaltsstrom
Energie2.386 €3.426 €1.398 €1.959 €
Wartung u. Ä.175 €175 €360 €360 €
Summe pro Jahr2.561 €3.601 €1.758 €2.319 €
Ersparnis gegenüber Gas803 €242 €
Ersparnis gegenüber Öl1.843 €1.282 €

Zur Plausibilität: Der Heizspiegel 2026 weist für ein 130-m²-Haus einen Unterschied von 630 € im Jahr zwischen Gas (1.930 €) und Wärmepumpe (1.300 €) aus, also dieselbe Größenordnung.

Ergebnis über 15 Jahre

Gesamtkosten aus Anschaffung und Betrieb, ohne Preissteigerung:

VarianteAnschaffungBetrieb 15 JahreGesamt
Gas, bestehender Kessel läuft weiter0 €38.415 €38.415 €
Gas, neuer Kessel7.500 €38.415 €45.915 €
Öl, bestehender Kessel läuft weiter0 €54.009 €54.009 €
Wärmepumpe, Wärmepumpentarif, ohne Förderung35.000 €26.365 €61.365 €
Wärmepumpe, Wärmepumpentarif, 30 % Grundförderung (8.400 €)26.600 €26.365 €52.965 €
Wärmepumpe, Wärmepumpentarif, Maximalförderung (22.400 €)12.600 €26.365 €38.965 €
Wärmepumpe, Haushaltsstrom, 30 % Grundförderung26.600 €34.782 €61.382 €
Wärmepumpe, Haushaltsstrom, Maximalförderung12.600 €34.782 €47.382 €

Wann sich der Umstieg rechnet und wann nicht

  • Gegenüber Gas rechnet er sich im Beispiel nur bei hoher Förderung. Mit Wärmepumpentarif und 30 % Grundförderung liegt die Wärmepumpe über 15 Jahre bei 52.965 €, ein neuer Gaskessel bei 45.915 €. Es fehlen rund 7.050 €, also etwa 470 € Ersparnis pro Jahr. Dafür müsste Gas im Mittel rund 14,3 ct/kWh kosten, etwa 20 % mehr als der BDEW-Durchschnitt 2026. Mit der Maximalförderung (22.400 €, Einkommensbonus) liegt die Wärmepumpe bei 38.965 € und ist deutlich günstiger.
  • Gegenüber Öl ist der Abstand groß: Schon mit 30 % Grundförderung liegt die Wärmepumpe (52.965 €) unter einem weiterlaufenden Ölkessel (54.009 €), und im Betrieb spart sie über 1.200 € im Jahr. Der Ölpreis ist stark gestiegen: Im September 2026 lag leichtes Heizöl nach Destatis 74,9 % über dem Vorjahresmonat. Entscheidend ist, ob der Ölkessel noch läuft oder ohnehin ersetzt werden muss.
  • Haushaltsstrom statt Wärmepumpentarif frisst den Vorteil gegenüber Gas fast auf: 242 € im Jahr. Dann muss die JAZ mindestens etwa 3,0 erreichen, damit die laufenden Kosten überhaupt gleichauf mit Gas liegen. Mit Wärmepumpentarif reicht schon eine JAZ von etwa 2,1.
  • Schlechte Voraussetzungen drücken die JAZ: hohe Vorlauftemperaturen, ungedämmte Gebäudehülle, zu groß ausgelegte Anlage. In den Messungen lag das untere Ende bei 2,6. Mit JAZ 2,6 und Haushaltsstrom kostet der Betrieb 2.922 € und damit mehr als Gas.
  • Förderung ist keine Konstante. Ab 2027 soll die Grundförderung auf 15 % sinken. Wer 2027 oder später umstellt, rechnet mit weniger Zuschuss, und jedes Ergebnis mit Wärmepumpe wird schlechter.

Grenzen der Rechnung: Sie bildet ein Beispielhaus ab. Sie rechnet mit konstanten Preisen, enthält keine Kosten für Heizkörpertausch oder Dämmung und keine Reparaturen. Sie kennt keine Photovoltaik und keinen Batteriespeicher. Die Wartung für Öl ist wie bei Gas angesetzt, weil dafür keine eigene Angabe vorliegt. Für einen neuen Ölkessel haben wir keinen belastbaren Preis und stellen deshalb nur den weiterlaufenden Ölkessel gegenüber. Ob die Anlage zu Ihrem Gebäude passt, entscheidet erst eine Heizlastberechnung, nicht diese Seite.

So übertragen Sie das Beispiel auf Ihr Haus

  1. Wärmebedarf bestimmen: Jahresverbrauch Gas in kWh (bei Öl: Liter mal 10) mal Nutzungsgrad Ihrer Heizung, aus Ihren Abrechnungen der letzten Jahre.
  2. Stromverbrauch der Wärmepumpe: Wärmebedarf geteilt durch JAZ. Als Ausgangswert für eine Luft-Wasser-Anlage im Bestand eignet sich der Mittelwert 3,4, mit der Spanne 2,6 bis 4,9 als Unsicherheitsband.
  3. Kosten: Stromverbrauch mal Ihr Strompreis plus Wartung. Gegenüberstellen: Ihr Jahresverbrauch mal Ihr Gas- bzw. Ölpreis plus Wartung.
  4. Gesamtkosten: Anschaffung abzüglich Förderung plus Betriebskosten mal Jahre.

Welche Wärmepumpe ist die beste? Bauarten im Vergleich

Eine „beste“ Wärmepumpe gibt es nicht. Welche Bauart passt, entscheiden Grundstück, Genehmigung und Gebäude. Wir vergleichen deshalb Bauarten, keine Marken.

Luft-WasserSole-Wasser (Erdwärme)Wasser-Wasser (Grundwasser)Luft-Luft
Investition (Einfamilienhaus, vor Förderung)Median 34.898 €, Spanne 21.099 bis 54.168 € (Verbraucherzentrale)25.000 bis 49.000 € mit Sonde (ADAC)Gerät 10.000 bis 20.000 € plus zwei Brunnen (ADAC)nicht beziffert, nach Verbraucherzentrale niedrigste Anschaffungskosten
Platz / ErdarbeitenAußengerät mit Fundament, keine ErdarbeitenSonde: etwa 20 m je kW, bis 100 m tief. Kollektor: etwa 40 m² je kW, rund 2 m tief (Verbraucherzentrale)Förder- und SchluckbrunnenInnengeräte in den Räumen, mehrere für mehrere Räume
Genehmigungin der Regel keineWasserbehörde, Bohrungen nicht überall erlaubtgenehmigungspflichtig, in Wasserschutzgebieten kann sie verweigert werden, hydrologisches Gutachten nötigkeine
Typische JAZMittel 3,4, Spanne 2,6 bis 4,9 (Fraunhofer ISE)Mittel 4,3, Spanne 3,6 bis 5,4 (Fraunhofer ISE)ADAC: 4 bis 5niedriger als Luft-Wasser (Verbraucherzentrale), kein Wert belegt
Eignung Altbaufast überall umsetzbargeeignet, wenn Grundstück und Genehmigung passengeeignet, wenn Grundwasser nutzbar istgut zum Nachrüsten, für die Vollheizung begrenzt geeignet, kein Heizwasserkreis, keine Warmwasserbereitung
SchallVentilator im Freien, Aufstellort entscheidend. Ab 50 dB(A) Schallleistung außerhalb des Hauses kann es für Nachbarn problematisch sein, vor allem in ruhigen Wohngegenden (Umweltbundesamt)Dazu liegt uns keine belastbare Angabe vor.Dazu liegt uns keine belastbare Angabe vor.Innengeräte können als störend empfunden werden (Verbraucherzentrale)

Quellen: Verbraucherzentrale „Wärmepumpen im Vergleich“ (Stand 11. März 2026), ADAC (Stand 21. Juli 2026), Fraunhofer ISE, Umweltbundesamt.

So entscheiden Sie: Haben Sie ein Grundstück mit Platz und Genehmigungsaussicht, kann sich bei Erdwärme die höhere Investition über die bessere JAZ auszahlen. Fehlen Platz oder Genehmigung, ist Luft-Wasser der übliche Weg. Luft-Luft heizt nur Räume, nicht das Haus über Heizkörper. Wie viel Leistung Ihr Haus braucht, zeigt der Ratgeber Heizlastberechnung online: Wie viel kW braucht Ihre Wärmepumpe?.

Was Sie vor dem Angebot brauchen

Vor einem belastbaren Angebot brauchen Sie eine raumweise Heizlastberechnung und, für die Förderung, einen hydraulischen Abgleich. Ohne umgesetzten hydraulischen Abgleich gibt es nach der Verbraucherzentrale keine Förderung für die Wärmepumpe. Beides setzt maßhaltige Gebäudedaten voraus. Fehlen Pläne, kann ein Aufmaß vor Ort die Grundlage liefern; Fragen dazu beantworten wir über den Kontakt. Heizlastberechnung, Anlagenplanung und Energieberatung bieten wir nicht an, das übernimmt ein Fachbetrieb oder ein Energieberater.

Wer außerdem verkaufen oder vermieten will: Energieausweis-Pflicht: Wann Sie einen Energieausweis brauchen und welchen.

Fachlich verantwortet von

Stefan Kratzert, Architekt · Karyna Ladutska, Architektin · Ruslan Luarsabov, Bauingenieur

Häufige Fragen

Lohnt sich eine Wärmepumpe?

Gegenüber Öl bei den heutigen Preisen meist ja, gegenüber Gas vor allem mit Förderung und Wärmepumpentarif. Im Rechenbeispiel spart die Wärmepumpe im Betrieb 803 € (Gas) bzw. 1.843 € (Öl) im Jahr. Über 15 Jahre gleicht das die Anschaffung gegenüber Gas nur mit hoher Förderung aus.

Was kostet eine Wärmepumpe im Altbau?

Die Wärmepumpe selbst kostet im Altbau nicht mehr als im Neubau, aber Heizkörper, Elektrik, Leitungen und hydraulischer Abgleich kommen hinzu. Der ADAC nennt dafür 5.000 bis 20.000 € zusätzlich. Wie effizient eine Anlage im Bestand läuft, zeigt der Feldtest des Fraunhofer ISE: Mittel-JAZ 3,4 bei Luft-Wasser-Anlagen in bestehenden Wohngebäuden.

Was kostet eine Wärmepumpe im Monat?

Im Beispielhaus rund 146 € mit Wärmepumpentarif und rund 193 € mit Haushaltsstrom, jeweils einschließlich Wartung. Das entspricht 1.758 € bzw. 2.319 € im Jahr.

Lohnt sich der Umstieg von Gas auf Wärmepumpe?

Im Betrieb ja, wenn Sie einen Wärmepumpentarif nutzen und die JAZ stimmt. Über 15 Jahre mit Anschaffung nur, wenn die Förderung hoch genug ist oder Gas teurer wird. Siehe die Ergebnistabellen oben. Die Förderung soll ab 2027 sinken, das verschlechtert die Rechnung.

Was kostet eine Wärmepumpe mit Einbau für ein Einfamilienhaus?

Luft-Wasser im Mittel 36.397 €, Median 34.898 €, Spanne 21.099 bis 54.168 € (Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Angebote 09/2025 bis 04/2026), vor Förderung.

Was kostet eine Erdwärmepumpe?

Nach ADAC (Stand Sommer 2026) mit Erdsonde 25.000 bis 49.000 €. Mit Flächenkollektor kostet die Erschließung der Wärmequelle weniger als mit Sonde (3.000 bis 10.000 € statt 8.000 bis 16.000 €).

Welche Wärmepumpe ist die beste?

Keine Marke, sondern die Bauart, die zu Gebäude, Grundstück und Genehmigung passt. Siehe die Vergleichstabelle oben.

Lohnt sich eine Wärmepumpe ohne Photovoltaik?

Ja, die Rechnung oben enthält keine Photovoltaik. Photovoltaik kann die Stromkosten zusätzlich senken, ist aber keine Voraussetzung.

Wie hoch sind die Wartungskosten?

196 bis 452 € je Wartung, Mittel 356 €, Median 360 € (Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, 22 Angebote mit Angabe).

Wie sicher sind diese Zahlen?

Die Kosten sind Angebotspreise aus Rheinland-Pfalz, die Energiepreise Durchschnitte mit Stichtag. Prüfen Sie beides gegen Ihre eigenen Angebote und Abrechnungen.

Stand: 25. Oktober 2026. Quellen: Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, „Luft-Wasser-Wärmepumpen: Zweiter Check von 160 Angeboten“ (Angebote 09/2025 bis 04/2026); Verbraucherzentrale, „Wärmepumpen im Vergleich“ (11.03.2026); co2online, Deutscher Mieterbund, Bauherren-Schutzbund, Heizspiegel 2026 (22.09.2026); co2online, „Gasheizung: Kosten und Preise“ (21.05.2026); BDEW, Gaspreisanalyse und Strompreisanalyse August 2026; Fraunhofer ISE, Abschlussbericht „WP-QS im Bestand“ (25.11.2025); ADAC, Wärmepumpe Kosten (21.07.2026), Wärmepumpenstrom (30.09.2026), Förderung (21.07.2026); KfW, Pressemitteilung zur Heizungsförderung (08.07.2026); Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung zur Inflationsrate September 2026 (13.10.2026); EU Weekly Oil Bulletin, Preisstand 19.10.2026; Bundestags-Drucksache 21/7869 (07.09.2026); Umweltbundesamt, „Umweltfreundliches Heizen dank effizienter Wärmepumpe“ und Climate Change 28/2022 (CO₂-Emissionsfaktoren).

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