DIN 18710: Ingenieurvermessung erklärt

Auf den Punkt:

Was die DIN 18710 regelt: Genauigkeitsanforderungen und Methoden für Bestandsaufmaße, Bauwerksvermessung und Deformationsmessung – die technische Grundlage für As-Built-Toleranzen.

Von Stefan Kratzert

DIN 18710: Ingenieurvermessung erklärt

Kurz gesagt: Die DIN 18710 (Ingenieurvermessung) regelt Genauigkeitsanforderungen und Methoden für Bestandsaufmaße, Bauwerksvermessung und Deformationsmessung. Sie ist die technische Grundlage für Aufmaßtoleranzen bei der As-Built-Erfassung.

Was regelt die DIN 18710?

Die DIN 18710 definiert Ingenieurvermessung als Vermessungsarbeiten im Zusammenhang mit Erfassung, Planung, Absteckung, Abnahme und Überwachung von Bauwerken und anderen Objekten. Herausgegeben von DIN Media, 2010 erschienen, ist sie die technische Referenznorm für präzise Bestandsvermessung im Bauwesen.

Der Aufbau der Reihe

Die Norm ist in vier Teile gegliedert:

  • Teil 1 – Allgemeine Anforderungen: Grundsätze für Vermessungsarbeiten an Bauwerken und anderen Objekten.
  • Teil 2 – Aufnahme: Planung, Durchführung, Auswertung und Dokumentation von Vermessungsaufnahmen – die Grundlage für Bestandsaufmaße.
  • Teil 3 – Absteckung: Begriffe und Anforderungen an das Abstecken von baulichen Anlagen.
  • Teil 4 – Überwachung: Überwachungsmessungen an technischen und natürlichen Objekten – die Grundlage für Deformationsmessungen.

Warum ist das für die As-Built-Erfassung relevant?

Wenn ein Bestand per Laserscan, Drohne oder Vor-Ort-Aufmaß erfasst wird, sind die Genauigkeitsangaben – wie im Beitrag zu den Aufnahme-Methoden beschrieben – kein Zufallswert, sondern orientieren sich an den in DIN 18710 definierten Toleranzen für die jeweilige Anwendung. Teil 2 liefert die Grundlage für Aufmaßtoleranzen, Teil 4 für die Bewertung von Abweichungen bei Deformationsmessungen, etwa beim Vergleich von As-Built- und As-Designed-Zustand.

Was bedeutet das für die Praxis?

Für Auftraggeber ist die DIN 18710 vor allem als Referenz in Leistungsverzeichnissen relevant: Wer eine Vermessung nach DIN 18710 beauftragt, legt damit Genauigkeitsanforderungen und Dokumentationsumfang auf anerkannter technischer Grundlage fest, statt sie im Einzelfall neu zu verhandeln.

Zum Weiterlesen

Welche Aufnahme-Methode für welchen Genauigkeitsbedarf infrage kommt, zeigt unser Beitrag zu den Aufnahme-Methoden im Vergleich. Wie sich Bestand und Planung unterscheiden können, beschreibt der Ratgeber Punktwolke. Wie die erfassten Daten anschließend zu Detailgraden im BIM-Modell werden, zeigt unser Beitrag zu Level of Development (LOD).

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*Wunderloop erfasst Bestände nach den in DIN 18710 definierten Genauigkeitsanforderungen und liefert daraus 3D- und BIM-Modelle. Wenn Sie eine normgerechte Bestandsaufnahme benötigen, stellen Sie uns gern eine unverbindliche Anfrage.*

Häufige Fragen

Was ist As-Built BIM?

Ein As-Built-BIM ist ein BIM-Modell, das den tatsächlich gebauten Zustand abbildet, meist aus einer Punktwolke modelliert. Wie sich As-built-Modell, Bestandsmodell und As-designed unterscheiden, erklärt der Ratgeber Punktwolke. Die Modellierung aus Ihrer Punktwolke ist unsere Leistung Scan to BIM.

Wie laufen As-Built-Aufnahmen ab?

Ein Vermesser erfasst das Gebäude per Laserscan, die Einzelscans werden zu einer Punktwolke registriert. Welche Genauigkeit die Aufnahme haben muss, legen Sie vorab fest, die DIN 18710 liefert dafür den Rahmen. Welche Aufnahmemethoden es gibt und wie sie sich unterscheiden, steht im Ratgeber Punktwolke. Den Scan vor Ort macht auf Wunsch ein qualifizierter regionaler Partner, Wunderloop ist Ihr Vertragspartner (siehe 3D-Laserscan).

Was gehört zur As-Built-Dokumentation?

Die As-Built-Dokumentation hält den ausgeführten Zustand eines Gebäudes fest: Bestandspläne, auf Wunsch ein Modell und die Messdaten, aus denen beides entstanden ist. Auf Deutsch spricht man auch von Bestandsdokumentation. Wie aus vorhandenen Unterlagen eine nutzbare Dokumentation wird, beschreibt der Ratgeber Digitale Bauakte.

As-built-Pläne: Was sind sie und wie entstehen sie?

As-built-Pläne zeigen das Gebäude so, wie es tatsächlich steht, und nicht so, wie es geplant war. Sie entstehen aus einer Bestandsaufnahme, meist einem Laserscan, in einer Punktwolke und daraus gezeichneten Grundrissen, Schnitten und Ansichten. Wie genau die Pläne sein müssen, legen Sie vorab fest, die DIN 18710 liefert den Rahmen für die Aufnahme.

As-built-Dokumentation: Was ist ihre Bedeutung und was gehört dazu?

Die As-built-Dokumentation hält den ausgeführten Zustand fest, nach Umbau, Sanierung oder zur Übergabe eines Bestands. Welche Unterlagen dazugehören, legen Sie im Auftrag fest: Pläne, ein Modell, Messdaten. Auf Deutsch heißt das Bestandsdokumentation. Eine Hilfeseite dazu steht im Hilfecenter.

LOD 500 und As-built: Gibt es einen Detailgrad LOD 500?

Die LOD Specification des BIMForum definiert LOD 500 nicht als Detailgrad. Dort steht LOD 500 für den vor Ort überprüften Zustand (Field Verified) und sagt nichts über Geometrie oder Information aus. Wunderloop modelliert den Bestand in LOD 200 als Standard und LOD 300 bei ausreichender Vorlage, bei ±2 cm Toleranz zur Punktwolke. Was Sie als As-built-Zustand brauchen, klären wir im Angebot.

As-built in Revit: Wie bekomme ich ein As-built-Modell?

Aus Ihrer Punktwolke oder aus unserem Scan über den regionalen Partner modellieren wir ein As-built-Modell in Revit und liefern es nativ als RVT oder als IFC. Das Modell wird gegen die Punktwolke geprüft. Wie aus Punktwolke ein Bestandsmodell wird, beschreibt der Ratgeber Punktwolke.

BIM as built: Wie unterscheidet sich ein As-built-BIM vom As-designed-Modell?

BIM as built ist das Modell des gebauten Zustands, As-designed das Modell der Planung. Abweichungen zwischen beiden entstehen auf der Baustelle und lassen sich mit der Punktwolke belegen. Die Begriffe stehen im Ratgeber Punktwolke.

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