Damit Ihr 3D-Modell genau die Informationen enthält, die Sie brauchen, ordnen wir jedes Bauteil einem Detaillierungsgrad zu, dem LOD (Level of Detail, in der BIMForum-Spezifikation Level of Development). Der LOD legt fest, wie genau ein Bauteil im Modell abgebildet wird – und damit auch, wie es in den daraus abgeleiteten Grundrissen, Ansichten und Schnitten erscheint.
Die fünf Stufen im Überblick
- LOD 100 – Konzeptmodell: Baukörper als einfache Massen. Für Studien, städtebauliche Analysen und erste Visualisierungen.
- LOD 200 – Schematisches Modell: Bauteile als generische Platzhalter mit ungefährer Größe, Form und Lage. Grundlage für Koordination und Entwurfsplanung. Das ist unser Standard bei Modellen aus Bestandsplänen.
- LOD 300 – Detailliertes Modell: Bauteile mit genauen Maßen, Formen und Ausrichtungen, z. B. Rahmen, Zargen und Schichtaufbauten. Setzt maßhaltige Unterlagen voraus.
- LOD 400 – Fertigungsmodell: Zusätzliche Informationen für Fertigung und Montage. Nur sinnvoll, wenn Ausführungs- oder Herstellerunterlagen vorliegen.
- LOD 500 – verifizierter Bestand (as-built): Detaillierung wie LOD 400, Lage und Maße sind durch Aufmaß oder Punktwolke abgesichert. Zusätzlich enthalten sind Gesimse, Gewände und Faschen. LOD 500 setzt ein Aufmaß oder eine Punktwolke voraus und entsteht nicht allein aus Plänen.
Punktwolke
Gemessene Oberfläche, noch kein Bauteil
LOD 200
Lage und Abmessung
LOD 300
Putz · Mauerwerk · Dämmung
Nur mit Plänen oder Angaben
Level of Detail oder Level of Development?
Beide Begriffe sind im Umlauf, und beide werden mit „LOD“ abgekürzt. Die BIMForum LOD Specification, auf die sich die Stufen 100 bis 500 stützen, unterscheidet sie ausdrücklich: Level of Detail ist im Kern, wie viel Detail ein Bauteil im Modell enthält. Level of Development ist der Grad, zu dem die Geometrie des Bauteils durchdacht ist, also wie weit sich Projektbeteiligte bei der Arbeit mit dem Modell darauf verlassen dürfen. Die Spezifikation verwendet den zweiten Begriff und weist darauf hin, dass die internationale Terminologie schwankt: Manche Länder nennen das Konzept Level of Detail und verwenden andere Stufennummern.
Daraus folgt für die Praxis: Ein hoher LOD sagt nicht nur „viel Detail“, sondern „belastbar“. Zwei Eigenheiten der Skala sollten Sie kennen:
- Die Anforderungen sind kumulativ. Ein Bauteil in LOD 300 erfüllt auch die Anforderungen von LOD 200 und LOD 100. Die Ausnahme ist LOD 500.
- LOD 500 ist keine höhere Stufe als LOD 400. Er sagt, dass die Geometrie des Bauteils durch Beobachtung eines vorhandenen Bauteils bestimmt wurde, nicht durch Planung eines künftigen. Die Genauigkeit muss dabei angegeben werden. Das BIMForum empfiehlt dafür die Level-of-Accuracy-Spezifikation des US-Verbands USIBD. Deshalb ist LOD 500 bei uns an Aufmaß oder Punktwolke gebunden.
Woher die LOD-Stufen stammen
Die Stufung geht auf die Vertragsunterlagen des US-Architektenverbands AIA zurück (AIA E201, Ausgabe 2022). Das BIMForum hat sie in seiner LOD Specification für viele Bauteilgruppen mit Beschreibungen und Abbildungen ausgearbeitet und die Stufe LOD 350 ergänzt. Sie beschreibt Bauteile, die auch ihre Schnittstellen zu angrenzenden Bauteilen abbilden und damit die Koordination am Bau tragen. Die Spezifikation ist eine Branchenspezifikation, keine DIN- oder ISO-Norm. Sie legt auch nicht fest, welche Stufe in welcher Planungsphase nötig ist: Das müssen Auftraggeber und Auftragnehmer vereinbaren. Genau das tun wir im Angebot.
Die Stufen im Einzelnen nach BIMForum, in unseren Worten:
- LOD 200: generische Platzhalter mit ungefährer Menge, Größe, Form, Lage und Ausrichtung. Das Bauteil ist als solches erkennbar, Angaben daraus gelten als ungefähr.
- LOD 300: Menge, Größe, Form, Lage und Ausrichtung lassen sich messen, die Planungsabsicht ist vollständig abgebildet.
- LOD 350: wie 300, dazu die Schnittstellen zu angrenzenden Bauteilen für die Koordination am Bau. Diese Stufe gehört nicht zu unserem Standardumfang.
- LOD 400: Detail ausreichend für Fertigung, Montage und Einbau, etwa auf dem Niveau von Werkstattplänen. Die meisten Modelle enthalten nur wenige Bauteile in dieser Stufe.
Was gilt für Grundrisse, Ansichten und Schnitte aus dem Modell?
Wenn wir Pläne aus Ihrem 3D-Modell ableiten, entstehen sie direkt aus dem Modell. Sie zeigen deshalb immer genau den Detaillierungsgrad des Modells: Aus einem LOD-200-Modell entstehen LOD-200-Pläne, eine „LOD-300-Ansicht“ aus einem LOD-200-Modell gibt es nicht.
Für Sie heißt das: Eine Ansicht aus einem LOD-200-Modell zeigt Fenster als schematische Öffnungen mit Glasfläche, nicht als Rahmen mit Teilung. Das Dach erscheint als Fläche mit Neigung und Traufhöhe, ohne Traufdetail oder Rinne. Fensterläden, Gesimse oder Gewände fehlen ganz, ebenso Geländer an Treppen, Balkonen und Brüstungen. Das ist kein Mangel, sondern die vereinbarte Detailtiefe. Raumname und Raumfläche als Beschriftung sowie Außenmaßketten enthalten Grundrisse nur, wenn Sie Pläne als eigene Leistung beauftragt haben. Im Modell selbst sind die Räume mit Name und Nummer laut Ihren Plänen angelegt.
Brauchen Sie für bestimmte Bauteile mehr Detail – etwa Fenster mit Teilung in der Straßenansicht –, legen wir für diese Bauteile vorab einen höheren LOD fest. Das Modell wird dann dort genauer, und die Pläne zeigen es automatisch.

LOD 200 oder LOD 300: welche Stufe passt?
Nicht jedes Bauteil braucht dieselbe Stufe, und nicht jedes Projekt braucht mehr als LOD 200. Eine durchgängig hohe Stufe klingt nach der sichersten Wahl, treibt aber den Aufwand für Bauteile in die Höhe, bei denen der Detailgrad niemanden interessiert. Sinnvoller ist eine gezielte Mischung: das Gebäude in LOD 200, einzelne Bauteile gezielt höher.
| Anwendung | Passende Stufe | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Flächen, Kubatur, Vorplanung, Umbau-Studien | LOD 200 | Bestandspläne oder Aufmaß |
| Detailplanung mit Fenstern, Schichtaufbauten, Treppengeländern | LOD 300 für diese Bauteile, Gebäude in LOD 200 | maßhaltige Pläne oder Angaben zum Aufbau |
| Fertigung, Montage, Detailkoordination | LOD 400 für einzelne Bauteile | Ausführungs- oder Herstellerunterlagen |
| Verifizierter Bestand mit nachweisbarer Genauigkeit | LOD 500 | Aufmaß oder Punktwolke |
Bei Bestandsgebäuden entscheidet die Datenlage, wie weit ein Modell gehen kann. Ein Laserscan misst nur Oberflächen. Den Aufbau einer Wand, also Putz, Mauerwerk und Dämmung, sieht er nicht. LOD 200 liefert ein Scan deshalb zuverlässig, LOD 300 setzt Pläne, Bauteilöffnungen oder Angaben des Eigentümers voraus. Wie aus einer Punktwolke ein Modell wird, erklärt unser Ratgeber Punktwolke.
Die beiden Stufen haben bei uns eigene Leistungsseiten: Scan to BIM in LOD 200 für das Standardmodell und Bestandsmodell in LOD 300 für Bauteile mit konkretem Aufbau.
LOD, LOIN und VDI 2552
Neben dem LOD begegnen Ihnen zwei weitere Bezugsrahmen. Die europäische DIN EN ISO 7817-1:2024-11 (sie ersetzt die zurückgezogene DIN EN 17412-1) beschreibt den Informationsbedarf (Level of Information Need, LOIN). Er wird je Anwendungsfall festgelegt und umfasst geometrische, alphanumerische und dokumentarische Informationen. Als Leitprinzip nennt BIM Deutschland: so viel wie nötig, so wenig wie möglich (BIM Deutschland). Beim LOD sind Geometrie und Informationen dagegen in einer Stufe gebündelt. Die deutsche Richtlinie VDI 2552 Blatt 1 (Juli 2020) behandelt in Abschnitt 7.5 Modellfertigstellungs- und Detaillierungsgrade. Den Wortlaut der Norm zitieren wir nicht, er ist nicht frei zugänglich. Für Ihren Auftrag gilt, was wir mit Ihnen vereinbaren: der LOD je Bauteil, im Angebot festgehalten.
Die Bauteile im Einzelnen
Die Bildtafeln zeigen jedes Bauteil in LOD 200, 300 und 400 – jeweils im Grundriss, im Schnitt und in 3D. In LOD 100 werden die Bauteile nicht einzeln dargestellt, für LOD 500 gibt es keine eigene Tafel.
Türen
LOD 200 zeigt Öffnung und Aufschlag, das Türblatt als glatte Fläche. Zarge, Verglasung und Blattart ab LOD 300. Schwelle, Bekleidung und Beschläge (schematisch) ab LOD 400.

Fenster
LOD 200 zeigt die Öffnung mit einfacher Glasfläche, ohne Rahmenprofil, Teilung und Öffnungsrichtung. Rahmen, Flügelteilung und Öffnungsrichtung ab LOD 300, Sprossen, Fensterbänke und Kippfunktion ab LOD 400. Fensterläden, Rollläden und Markisen sind in LOD 200 und 300 nicht enthalten; in LOD 300 lassen sie sich gesondert vereinbaren. Ab LOD 400 sind sie enthalten.

Treppen
LOD 200 zeigt den Treppenlauf mit Stufen und Podesten, ohne Geländer. Handlauf und Geländerpfosten ab LOD 300, Geländer mit Stäben, Stufenprofil und Belag ab LOD 400.

Geländer und Brüstungen
In LOD 200 gehören Geländer nicht zum Modell, auch nicht als Platzhalter. Pfosten und Handlauf ab LOD 300, Stäbe und Füllungen ab LOD 400.

Wand- und Deckenanschlüsse
LOD 200 homogen ohne Schichten. Decken reichen dabei als homogener Körper von der Unterkante Rohdecke bis zur Oberkante Fertigfußboden (OKFF), der Fußbodenaufbau ist in der Deckendicke enthalten. Geschosse und Höhenkoten beziehen sich auf OKFF; einen Bezug auf Oberkante Rohdecke (OKRD) vereinbaren wir auf Wunsch gesondert. Ab LOD 300 kommt der Schichtaufbau dazu, bei Decken getrennt in Rohdecke und Fußbodenaufbau, ohne dass sich Höhen verschieben. Ab LOD 400 erhalten die Schichten ihr Material, dazu kommen Stürze und die Anschlüsse von Wand und Decke.

Dach
LOD 200 zeigt die Dachfläche als homogene Scheibe mit Form, Neigung, First- und Traufhöhe und vereinfachtem Überstand. Schichtaufbau ab LOD 300. Sparren, Traufe, Ortgang und Rinnen ab LOD 400.

Gauben und Dachfenster
LOD 200 zeigt Gauben und Dachfenster in Lage und Außenmaß, als Körper bzw. als Öffnung in der Dachfläche. Rahmen und Öffnungsart ab LOD 300, Eindeckrahmen, Teilung und Anschlüsse ab LOD 400.

Öffnungen und Durchbrüche
Ab LOD 200 als Aussparung. Bemaßung und Bezeichnung ab LOD 300, die Ausbildung der Laibung ab LOD 400.

Fassaden und Verglasungen (z. B. Wintergärten)
LOD 200 zeigt die Außenwand als glatte Fläche ohne Material. Ab LOD 300 kommt die Materialzuordnung dazu, ab LOD 400 Verkleidungen und Anschlüsse. Gesimse, Gewände und Faschen sind bis LOD 400 nicht enthalten. Ab LOD 300 lassen sie sich gesondert vereinbaren, in einem LOD-200-Modell nicht. In LOD 500 sind sie enthalten. Glasfassaden und Wintergärten zeigt LOD 200 als Hüllfläche mit Rasterlinien. Bei ihnen kommen ab LOD 300 die Pfosten-, Riegel- und Sparrenprofile in Lage und Dimension dazu. Für die Sparren des Dachs gilt das nicht, sie kommen erst ab LOD 400 (siehe Dach). Ab LOD 400 folgen bei Glasfassaden und Wintergärten die Anschlüsse der Profile und die Glasteilung.


Balkone und Loggien
LOD 200 zeigt die Balkonplatte in Lage und Dicke. Aufbau und Anschlüsse vereinfacht ab LOD 300, Entwässerung, Belag und Konsolen ab LOD 400.

Stützen, Träger, Stahlbau
LOD 200 als einfache Querschnitte. Profile ab LOD 300, Anschlüsse ab LOD 400.

Schornsteine und Schächte
LOD 200 zeigt Schornsteine und Schächte als Körper in Lage und Außenmaß. Innenmaße ab LOD 300, Züge, Verkleidung und Kopf ab LOD 400.

Einrichtung
Einrichtung gehört bei Modellen aus Bestandsplänen nicht zum Standardumfang. Auf Wunsch vereinbaren wir sie gesondert – die Tafel zeigt, wie sie in den einzelnen Stufen aussieht.

Wie legen wir den LOD fest?
Den Detaillierungsgrad vereinbaren wir im Angebot, auf Wunsch auch je Bauteil unterschiedlich – etwa LOD 200 für das Gebäude und LOD 300 für die Fenster der Straßenfassade. Wünsche nach mehr Detailtiefe nach Auftragserteilung bieten wir vorab als pauschalen Nachtrag an.
Wenn Sie für ein Bestandsgebäude ein 3D-Modell aus Ihren Plänen oder eine Punktwolke als BIM-Modell benötigen, schicken Sie uns Ihre Anfrage mit den vorhandenen Unterlagen und nennen Sie die Bauteile, für die Sie mehr Detail brauchen. Preis und Liefertermin nennen wir im Angebot.
Verbindlich ist die Festlegung je Bauteil in Ziffer 2.6 der Anlage 3 unserer AGB. Dieser Artikel dient der Veranschaulichung.
Häufige Fragen
Was bedeutet LOD im BIM?
LOD steht für Level of Development, im Deutschen oft Detaillierungsgrad oder Fertigstellungsgrad. Die Skala von 100 bis 500 beschreibt, wie weit ein Bauteil im Modell ausgearbeitet ist und wie verlässlich seine Angaben sind.
Was ist der Unterschied zwischen LOD 200 und LOD 300?
In LOD 200 ist das Bauteil ein erkennbarer Platzhalter mit ungefährer Größe, Form und Lage. In LOD 300 lassen sich Maße, Form, Lage und Ausrichtung messen, bei uns kommen Bauteilaufbau und Details hinzu, etwa Schichten bei Wänden oder Rahmen bei Fenstern.
Welcher LOD ist für ein Bestandsmodell der richtige?
Für Flächen, Kubatur, Vorplanung und Umbau-Studien reicht LOD 200, das ist unser Standard. Mehr Detail setzt Pläne oder Angaben zum Bauteilaufbau voraus, denn ein Scan misst nur Oberflächen.
Ist LOD 500 genauer als LOD 400?
Nein, nicht im Sinne einer höheren Planungsstufe. Nach BIMForum beschreibt LOD 500 ein vorhandenes Bauteil, dessen Geometrie durch Beobachtung bestimmt wurde. Die Genauigkeit muss angegeben werden.
Zeigen Pläne mehr Detail als das Modell?
Nein. Pläne aus dem Modell haben immer den Detaillierungsgrad des Modells. Brauchen Sie in Ansichten mehr Detail, legen wir den höheren LOD für diese Bauteile vorab fest.
Wie vereinbare ich den LOD mit Wunderloop?
Sie nennen uns Ihre Unterlagen und die Bauteile mit besonderem Detailbedarf, wir legen den LOD je Bauteil im Angebot fest.
Quellen
- BIMForum: Level of Development (LOD) Specification 2024, Part I (Definitionen LOD 100 bis 500, Unterschied Detail und Development, Kumulierung, LOD 500, LOD 350)
- BIM Deutschland: Level of Information Need (DIN EN ISO 7817-1:2024-11, Bestandteile LOIN)
- VDI 2552 Blatt 1: Building Information Modeling, Grundlagen, Ausgabe Juli 2020, Inhaltsverzeichnis (Abschnitt 7.5)
- USIBD: Level of Accuracy (LOA) Specification Guide C120