Level of Development (LOD): Detailgrad im BIM-Modell erklärt
Kurz gesagt: Level of Development (LOD) beschreibt, wie detailliert und verlässlich die Geometrie und Information eines Bauteils in einem BIM-Modell ausgearbeitet sind – von schematisch (LOD 200) bis inklusive Schnittstellen und Verbindungen (LOD 350). Wunderloop empfiehlt eine durchdachte Mischung statt pauschalem Maximum.
Was bedeutet Level of Development?
Ein BIM-Modell ist nie einheitlich detailliert – und das ist auch nicht sinnvoll. Level of Development (LOD) ordnet ein, wie weit ein einzelnes Bauteil oder ein ganzes Modell ausgearbeitet ist: von einer groben, geometrisch korrekten Platzhalterform bis zu einem Bauteil mit exakten Maßen, Material und allen Anschlüssen an Nachbarbauteile.
Die Stufung stammt ursprünglich aus dem angloamerikanischen Raum (BIMForum LOD Specification) und hat sich international als gängiger Bezugsrahmen etabliert – auch wenn sie keine deutsche oder internationale Norm im engeren Sinn ist, sondern eine Branchenkonvention.
Die LOD-Stufen im Vergleich
Welcher Level of Development (LOD) passt zu Ihrem Projekt? Wunderloop empfiehlt eine durchdachte Mischung statt pauschalem Maximum.
| LOD | Detail-Grad | Geeignet für | Mehraufwand | Wunderloop empfiehlt |
|---|---|---|---|---|
| LOD 200 | Schematisch, geometrisch korrekt | Frühe Planung, Volumen-Studien | Basis | Sekundäre Elemente |
| LOD 300 | Detailliert mit präzisen Maßen | Bestand, Sanierung, Kostenschätzung | +30% | Standard für Bestand |
| LOD 350 | Inkl. Schnittstellen + Verbindungen | TGA-Koordination, Knotenpunkte | +55% | Chirurgisch bei Bedarf |
Warum nicht pauschal die höchste Stufe?
Ein durchgängiges LOD 350 klingt nach der sichersten Wahl, treibt aber Aufwand und Kosten in die Höhe – für Bauteile, bei denen dieser Detailgrad niemanden interessiert. Sinnvoller ist eine gezielte Mischung: Die Gebäudehülle und tragende Struktur in LOD 300 als verlässliche Grundlage, während TGA-Knotenpunkte oder kollisionskritische Bereiche gezielt auf LOD 350 angehoben werden – dort, wo es für die Koordination tatsächlich gebraucht wird.
Nicht zu verwechseln mit LOG (Level of Geometry) aus der europäischen LOIN-Systematik (DIN EN 17412-1): Beide verwenden ähnliche Zahlenstufen, meinen aber unterschiedliche Konzepte. LOD beschreibt den Ausarbeitungsstand eines Bauteils in der laufenden Modellentwicklung, LOG die vom Auftraggeber geforderte geometrische Detailtiefe als Anforderung.
Was bedeutet das für die Praxis?
Legen Sie den LOD nicht pauschal für das gesamte Modell fest, sondern je Bauteilgruppe und Anwendungsfall – abgestimmt auf das, was in der jeweiligen Projektphase tatsächlich gebraucht wird. Das hält Aufwand und Kosten im Rahmen, ohne an den Stellen zu sparen, auf die es ankommt.
Zum Weiterlesen
Wie sich der Informationsbedarf insgesamt strukturieren lässt, beschreibt unser Beitrag zur ISO 19650. Die deutsche VDI 2552 ordnet Mengenermittlung und Wirtschaftlichkeit rund um solche Modelle ein.
---
*Wunderloop liefert 3D- und BIM-Modelle in LOD 200 bis 350 – abgestimmt auf Bauteil und Anwendungsfall. Wenn Sie ein Modell mit passendem Detailgrad benötigen, stellen Sie uns gern eine unverbindliche Anfrage.*