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Endenergiebedarf berechnen: Energiebedarfsrechner für Wohngebäude

Den Endenergiebedarf berechnen Sie aus der Nutzwärme für Heizung und Warmwasser, den Verlusten der Anlage und der Aufwandszahl der Heizung. Der Primärenergiebedarf folgt mit dem Faktor je Energieträger. Ein Einfamilienhaus von 1969 bis 1978 mit Gasbrennwertkessel kommt als Überschlag auf rund 310 kWh je m² Gebäudenutzfläche und Jahr, ein Haus von 2002 bis 2009 mit Wärmepumpe auf rund 45. Das ist ein Überschlag auf Basis typischer Werte und ersetzt keinen Energieausweis.

Energiebedarf eines Hauses berechnen

Sie wählen Gebäudetyp, Baujahr und Heizung. Der Rechner setzt typische Werte ein und zeigt sie mit Quelle. Vorbelegt ist ein Einfamilienhaus von 1969 bis 1978.

Gebäude

Daraus wird die Gebäudenutzfläche A_N gerechnet: Wohnfläche mal 1,2 (laut IWU im Mittel 20 % mehr).

Heizung und Warmwasser

Das Warmwasser wird über dieselbe Heizung bereitet (zentral, mit Speicher).

Energiebedarf (Überschlag)

Überschlag auf Basis typischer Werte, ersetzt keinen Energieausweis.

H

Einordnung nach den Effizienzklassen der Anlage 10, nur nach dem Endenergiebedarf.

Endenergiebedarf
310 kWh/m²a
rund 58.557 kWh pro Jahr
Primärenergiebedarf
343 kWh/m²a
rund 64.837 kWh pro Jahr

Bezogen auf die Gebäudenutzfläche A_N von 189 m²; je m² Wohnfläche sind es 372 kWh Endenergie.

Rechenweg

Rechenweg je m² Gebäudenutzfläche
SchrittkWh/m²a
Nutzwärme Heizung (IWU EFH, Netto-Heizwärme je Wohnfläche geteilt durch 1,2)186,33
abzüglich Heizwärmegutschrift aus Warmwasserverteilung und Speicher−5,54
plus Übergabeverlust Heizung3,30
plus Verteilverlust Heizung71,58
mal Erzeugeraufwandszahl Heizung 1,068 = Endenergie Heizung273,00
Nutzwärme Warmwasser 9,17 plus Verteilverlust 16,26 plus Speicherverlust 3,89, mal Aufwandszahl 1,147 = Endenergie Warmwasser33,62
plus Hilfsenergie Strom (Pumpen, Regelung)3,21
Endenergiebedarf309,82
Primärenergiebedarf: Brennstoff 306,61 × 1,1 plus Strom 3,21 × 1,8343,05

Quellen, Stand 30.10.2026: IWU, Deutsche Wohngebäudetypologie (Loga u. a., 2015, TABULA/EPISCOPE), Anhang C.3: Typgebäude, Ist-Zustand, Standard-Randbedingungen, Referenzklima Deutschland, bezogen auf die beheizte Wohnfläche; Bekanntmachung der Regeln zur Datenaufnahme und Datenverwendung im Wohngebäudebestand vom 8. Oktober 2020 (BAnz AT 04.12.2020 B1), Nummer 4, Tabellen 4 bis 6; Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Modernisierung der Wärmeversorgung in Gebäuden (Kurztitel auf gesetze-im-internet.de: GModG, bisher GEG), Anlage 4 (Primärenergiefaktoren) und Anlage 10 (Energieeffizienzklassen), abgerufen am 30.10.2026.

Der Energieausweis folgt in Kürze bei Wunderloop. Bis dahin: Ratgeber Energieausweis.

Stand der Werte: 30.10.2026. Überschlag, kein Energieausweis.

Endenergie und Primärenergie: der Unterschied

Drei Größen werden verwechselt. Die Nutzenergie (Nutzwärme) ist die Wärme, die Räume und Warmwasser brauchen. Der Endenergiebedarf ist die Energie, die dafür an der Gebäudegrenze ankommen muss: Gas, Öl, Holz oder Strom, einschließlich der Verluste der Anlage. Der Primärenergiebedarf bewertet zusätzlich den Aufwand vorgelagert, über den Primärenergiefaktor: Primärenergie gleich Endenergie mal Faktor. Deshalb kann der Primärenergiebedarf niedriger als der Endenergiebedarf sein (Holz: 0,2) oder höher (Strom aus dem Netz: 1,8).

Primärenergiefaktoren (nicht erneuerbarer Anteil) nach Anlage 4 des Gesetzes
EnergieträgerPrimärenergiefaktor
Heizöl1,1
Erdgas1,1
Flüssiggas1,1
Steinkohle1,1
Braunkohle1,2
Biogas1,1
Bioöl1,1
Holz0,2
Strom, netzbezogen1,8
Strom, gebäudenah aus Photovoltaik oder Windkraft0

Quelle: Anlage 4 (zu § 22 Absatz 1) des Gesetzes zur Einsparung von Energie und zur Modernisierung der Wärmeversorgung in Gebäuden (auf gesetze-im-internet.de unter dem Kurztitel GModG geführt, bisher GEG), abgerufen am 30.10.2026. Die Tabelle ist ein Auszug. Für Fernwärme aus Kraft-Wärme-Kopplung nennt die Anlage keinen festen Wert, er ist nach Verfahren B der DIN V 18599-9 zu berechnen; Fernwärme ist deshalb im Überschlag nicht auswählbar.

Rechenweg und Formel

Der Überschlag folgt der Rechenkette der Bekanntmachung für den vereinfachten Energieausweis, je m² Gebäudenutzfläche A_N:

Rechenkette des Überschlags
SchrittFormelQuelle der Werte
Nutzwärme HeizungNetto-Heizwärmebedarf je Wohnfläche geteilt durch 1,2IWU-Typgebäude nach Typ und Baujahr, Ist-Zustand
HeizwärmegutschriftWärme aus Warmwasserverteilung und -speicher im Haus wird abgezogenBekanntmachung, Tabelle 4
Endenergie Heizung(Nutzwärme − Gutschrift + Übergabeverlust + Verteilverlust) × Aufwandszahl ErzeugerBekanntmachung, Tabellen 5 und 6
Endenergie Warmwasser(Nutzwärme + Verteilverlust + Speicherverlust) × Aufwandszahl ErzeugerBekanntmachung, Tabellen 4 und 6; IWU für die Nutzwärme
HilfsenergieStrom für Pumpen und Regelung, addiertBekanntmachung, Tabellen 4 bis 6
PrimärenergieΣ Endenergie × PrimärenergiefaktorAnlage 4 des Gesetzes

Die Pauschalwerte der Bekanntmachung nennen Werte für Gebäudenutzflächen von 150, 500 und 2.500 m². Dazwischen und bis 100 m² und 10.000 m² rechnet der Rechner linear (Interpolation und Extrapolation, negative Werte werden auf null gesetzt). Die Gebäudenutzfläche A_N ist nach dem IWU im Mittel 20 Prozent größer als die Wohnfläche, im Einzelfall zwischen 5 und 40 Prozent. Der Rechner nimmt den Faktor 1,2.

Rechenbeispiel: Einfamilienhaus 1969 bis 1978 mit Gasbrennwertkessel

157,5 m² Wohnfläche, A_N 189 m², Gasbrennwertkessel ab 1995, Warmwasser zentral ohne Zirkulation, Speicher in der beheizten Hülle. Nutzwärme Heizung 186,33 kWh/m²a abzüglich Gutschrift 5,54, dazu Übergabe- und Verteilverluste, mal Aufwandszahl 1,068: Heizung 273,00 kWh/m²a. Warmwasser 33,62 kWh/m²a, Hilfsstrom 3,21 kWh/m²a. Summe Endenergiebedarf 309,82 kWh/m²a, Primärenergiebedarf 343,05 kWh/m²a, Effizienzklasse H. Mit einer Luft/Wasser-Wärmepumpe in einem Haus von 2002 bis 2009 ergeben sich 45,40 kWh/m²a Endenergie (alles Strom), 81,72 kWh/m²a Primärenergie und Klasse A. Beispiel im Rechner öffnen.

Warum die Arbeitszahl der Wärmepumpe hier niedriger ausfällt als im JAZ-Rechner: Die Bekanntmachung rechnet mit vorsichtigen Pauschalwerten (Aufwandszahl 0,43 bis 0,45 für eine Luft/Wasser-Wärmepumpe, das entspricht einer Arbeitszahl von etwa 2,2 bis 2,3), Feldmessungen an laufenden Anlagen liegen im Mittel bei etwa 3,4. Mit Ihrem eigenen Wert rechnet der JAZ-Rechner.

Effizienzklassen und Richtwerte: was ist ein guter Endenergiebedarf?

Energieeffizienzklassen von Wohngebäuden nach Anlage 10 des Gesetzes
EffizienzklasseEndenergie in kWh pro m² Gebäudenutzfläche und Jahr
A+bis 30
Abis 50
Bbis 75
Cbis 100
Dbis 130
Ebis 160
Fbis 200
Gbis 250
Hüber 250

Wie viel Wärme ein Haus je m² und Jahr braucht, hängt vor allem vom Baujahr ab. Die folgende Tabelle zeigt den Netto-Heizwärmebedarf der Typgebäude der IWU-Typologie (Ist-Zustand, Referenzklima Deutschland, je m² beheizter Wohnfläche). Es sind Werte einzelner Typgebäude, keine Durchschnitte des Bestands.

Netto-Heizwärmebedarf der IWU-Typgebäude nach Baujahr in kWh pro m² Wohnfläche und Jahr
BaujahrEinfamilienhausReihenhausMehrfamilienhaus
bis 1859324kein Typgebäude326
1860 bis 1918309228197
1919 bis 1948250179250
1949 bis 1957313221221
1958 bis 1968303123161
1969 bis 1978224157169
1979 bis 1983149158140
1984 bis 1994174109146
1995 bis 200113589105
2002 bis 2009897863

Quelle: IWU, Deutsche Wohngebäudetypologie (Loga u. a., 2015, TABULA/EPISCOPE), Anhang C.3: Typgebäude, Ist-Zustand, Standard-Randbedingungen, Referenzklima Deutschland, bezogen auf die beheizte Wohnfläche. Eine pauschale Zahl für „den“ Energiebedarf eines Hauses gibt es nicht. Auch die KfW-Effizienzhaus-Stufen sind Prozentwerte eines Referenzgebäudes und keine festen kWh-Werte, ein Überschlag kann sie nicht prüfen.

Heizlast berechnen und Wärmebedarf: was dieser Rechner nicht rechnet

Wärmebedarf und Heizlast klingen ähnlich, sind aber verschiedene Größen. Der Wärmebedarf ist eine Energie in kWh pro Jahr und bestimmt, wie viel Brennstoff oder Strom ein Haus verbraucht. Die Heizlast ist eine Leistung in kW und bestimmt, wie groß die Heizung sein muss. Dieser Rechner liefert den Jahresbedarf, nicht die Heizlast. Wie Sie die Heizlast bestimmen und was sie für die Auslegung einer Wärmepumpe bedeutet, erklärt der Ratgeber Heizlastberechnung online. Aus einer Heizlast in kW lässt sich der Jahresverbrauch nicht ohne Weiteres in kWh umrechnen, weil die Heizlast nur für den kältesten Auslegungstag gilt.

Warmwasser im Energiebedarf

Das Warmwasser steckt im Rechner als eigener Posten: Nutzwärme nach der IWU-Typologie (11,0 kWh je m² Wohnfläche im Einfamilien- und Reihenhaus, 16,5 im Mehrfamilienhaus), dazu die Verluste der Warmwasserverteilung und des Speichers und die Aufwandszahl des Erzeugers. Eine Zirkulationsleitung erhöht den Verlust deutlich.

Energieausweis: Bedarfsausweis in Kürze

Wer den Energiebedarf für den Verkauf, die Vermietung oder eine Förderung amtlich braucht, benötigt einen Energieausweis. Bei einem Bedarfsausweis wird der Energiebedarf aus den Bauteilen und der Anlagentechnik berechnet, bei einem Verbrauchsausweis aus den Verbrauchsdaten. Wann Sie einen brauchen, erklärt der Ratgeber Energieausweis-Pflicht. Den Energieausweis bieten wir in Kürze an. Dieser Rechner ersetzt ihn nicht.

Energie­bedarfs­rechner statt Excel-Tabelle oder Vorlage

Eine Excel-Tabelle für Heizwärmebedarf oder Primärenergiebedarf brauchen Sie dafür nicht: Der Rechner führt die Rechenkette und zeigt jeden Schritt unter dem Ergebnis. Mit dem Link zum Ergebnis teilen Sie Ihre Eingaben, etwa mit Energieberater oder Bank.

Grenzen des Rechners: Überschlag, kein Energieausweis

Grenzen dieses Rechners

Das Ergebnis ist ein Überschlag auf Basis typischer Werte und ersetzt keinen Energieausweis, keine Energieberatung und keinen Nachweis nach dem Gebäudeenergiegesetz. Es ist kein Gutachten.

Gerechnet werden Wohngebäude im Ist-Zustand mit den Pauschalwerten der Bekanntmachung vom 08.10.2020, nicht nach DIN V 18599. Der Wärmebedarf Ihres Hauses kann je nach Dämmung, Fenstern und Lage deutlich vom Typgebäude abweichen. Alterungseffekte der Anlage, Solarthermie, Lüftungsanlagen, Biomasseheizungen, Fernwärme, Nichtwohngebäude und Sanierungsvarianten sind nicht abgebildet.

Wer einen Energieausweis oder eine Berechnung hat, trägt Nutzwärmebedarf und Aufwandszahl im Experten-Modus selbst ein.

Häufige Fragen zum Energie­bedarfs­rechner