gbXML vs. IFC — Datenaustausch für die Energiebilanz

Auf den Punkt:

IFC oder gbXML? Wie sich die beiden Datenformate unterscheiden und warum für die Energiebilanz meist der Weg über gbXML führt.

Von Stefan Kratzert

Im digitalen Datenaustausch für Gebäude gibt es zwei zentrale Formate: IFC und gbXML. Beide transportieren Gebäudedaten zwischen Programmen — verfolgen dabei aber unterschiedliche Ziele. Dieser Beitrag erklärt den Unterschied und wann welches Format sinnvoll ist.

IFC — das umfassende BIM-Format

IFC (Industry Foundation Classes) ist ein objektorientiertes, herstellerneutrales Datenformat für Building Information Modeling. Es baut auf dem internationalen STEP-Standard (ISO 10303) auf und bildet das Gebäude sehr detailliert ab: Bauteile mit ihren Eigenschaften, Beziehungen untereinander, Materialien, Räume und Prozesse über den gesamten Lebenszyklus. IFC ist entsprechend umfangreich und wird überall dort eingesetzt, wo ein vollständiges, fachübergreifendes Modell ausgetauscht werden soll — zwischen Architektur, Tragwerk und Gebäudetechnik.

gbXML — das schlanke Format für die Energiebilanz

gbXML (Green Building XML) ist XML-basiert und geometrisch reduziert. Es enthält gezielt nur die Informationen, die für die energetische Bewertung nötig sind: thermische Zonen, raumbegrenzende Flächen, Konstruktionen und Öffnungen sowie die Randbedingungen zu Außenluft, Erdreich und Nachbarräumen. Statt das gesamte Bauwerk abzubilden, liefert gbXML ein simulationsfähiges Energiemodell.

Der Unterschied auf einen Blick

Der Kernunterschied ist der Fokus: IFC will das gesamte Gebäude möglichst vollständig beschreiben, gbXML nur den energetisch relevanten Teil. Das macht IFC mächtig, aber komplex — und gbXML schlank, aber spezialisiert. Beide Formate schließen sich nicht aus; sie decken unterschiedliche Aufgaben ab.

Wann welches Format?

  • Energiebilanz und Simulation: Hier geht der Weg vom BIM-Modell in das Energiewerkzeug meist über gbXML, weil das Format schlank und in vielen Energieprogrammen direkt lesbar ist.
  • Vollständiger Modellaustausch: Soll das gesamte Bauwerksmodell fachübergreifend übergeben werden, ist IFC die richtige Wahl.
  • Kombinierte Workflows: Manche Abläufe exportieren zunächst IFC und leiten daraus für die Simulation ein gbXML ab.

Für die Praxis heißt das: Wer eine Energiebedarfsberechnung vorbereitet, arbeitet in der Regel mit gbXML — mit dem Anspruch, dass Zonen, Hülle und Konstruktionen darin sauber und vollständig enthalten sind.

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*Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die Datenformate und ersetzt keine individuelle Fachberatung.*

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