BIM-Datenformate: IFC, BCF & COBie
Kurz gesagt: openBIM lebt von offenen Formaten. Drei sind zentral: IFC transportiert das Modell, BCF die modellbezogene Kommunikation, COBie die Daten für den Betrieb. Wer sie auseinanderhält, versteht den herstellerneutralen Datenaustausch.
Warum offene Formate?
Sobald mehrere Büros mit unterschiedlicher Software zusammenarbeiten, braucht es eine gemeinsame Sprache. Offene Formate ermöglichen den medienbruchfreien Austausch, ohne dass alle Beteiligten dasselbe Programm nutzen müssen – das Gegenmodell zum geschlossenen Hersteller-Ökosystem.
IFC – das Modell
Die Industry Foundation Classes sind der herstellerneutrale Standard für Bauwerksdaten, entwickelt von buildingSMART. Seit IFC4 ist IFC ein ISO-Standard; die aktuelle Version IFC 4.3 ist seit 2024 als ISO 16739-1:2024 anerkannt (in Deutschland DIN EN ISO 16739-1:2024-09) und erweitert das Schema auf Infrastruktur wie Straße, Schiene und Brücke. IFC beschreibt Objekte, Eigenschaften und Beziehungen – Geometrie plus Information.
BCF – die Kommunikation
Das BIM Collaboration Format überträgt nicht das Modell, sondern die Verständigung darüber: Kommentare, Mängel und Statusmeldungen, verortet am konkreten Bauteil und an einer Kameraperspektive. Übertragen wird gezielt das Thema („Issue"), nicht die komplette Datei – das hält die Koordination schlank. Aktuell ist BCF 3.0 (XML-basiert).
COBie – der Betrieb
COBie (Construction Operations Building Information Exchange) bündelt die nicht-geometrischen Daten, die der Gebäudebetrieb braucht – Anlagen, Komponenten, Wartungsinformationen. Es ist die strukturierte Übergabe aus Planung und Bau ins Facility Management, oft tabellarisch als Teilmenge der IFC-Daten.
openBIM vs. closedBIM
openBIM bezeichnet die Zusammenarbeit über offene Standards wie IFC und BCF; jeder arbeitet mit seiner bevorzugten Software. closedBIM bleibt im proprietären Ökosystem eines Herstellers. Für interdisziplinäre Projekte ist openBIM der robustere Weg.
In der Praxis
Ein IFC-Modell ist nur so gut wie seine Attribute. Vor der Weiterverarbeitung lohnt eine Qualitätsprüfung – etwa über den buildingSMART Validation Service oder einen IFC-Viewer –, damit Empfänger verlässliche Daten erhalten. Geprüfte, herstellerneutrale IFC-Modelle erstellen und liefern wir projektfertig.