Vom BIM-Modell zur AVA: modellbasierte Mengen

Auf den Punkt:

Wie Mengen verlustfrei aus dem BIM-Modell in die AVA kommen – über IFC, GAEB und den BIM-LV-Container. Voraussetzungen und Grenzen.

Von Stefan Kratzert

Vom BIM-Modell zur AVA

Kurz gesagt: AVA steht für Ausschreibung, Vergabe, Abrechnung. Modellbasierte Mengenermittlung zieht die Mengen direkt aus dem Bauwerksmodell statt aus dem Papierplan – über die offenen Formate IFC und GAEB. Das spart Zeit und reduziert Fehler, setzt aber sauber attribuierte Modelle voraus.

Das Problem der manuellen Mengenabnahme

Klassisch werden Mengen am 2D-Plan abgegriffen und in Leistungspositionen übertragen – aufwendig und fehleranfällig. Ändert sich die Planung, beginnt die Abnahme faktisch von vorn. Genau hier setzt die modellbasierte Methode an.

Wie die Mengen aus dem Modell kommen

Das geometrische Modell liefert Bauteile mit Eigenschaften (Material, Abmessungen, Funktion). Aus diesen Bauteilen werden Mengen abgeleitet und Leistungspositionen zugeordnet. Über das herstellerneutrale IFC-Format (ISO 16739-1) gelangt das Modell in die AVA-Software; die kaufmännische Seite – das Leistungsverzeichnis – wird über den deutschen GAEB-Standard (GAEB DA XML) ausgetauscht.

GAEB, IFC und der BIM-LV-Container

GAEB (Gemeinsamer Ausschuss Elektronik im Bauwesen) regelt seit den 1980ern die digitale Sprache für Leistungsverzeichnisse. Seit GAEB DA XML 3.3 lassen sich LV-Positionen mit IFC-Bauteilen verknüpfen. Den sauberen Brückenschlag bildet der BIM-LV-Container (Multimodell-Container) nach DIN 18290-2:2023-11: Er bündelt IFC-Modell und GAEB-Datei in einem Paket, sodass jede Position auf das zugehörige Bauteil verweist – idealerweise bidirektional anklickbar.

Voraussetzung: saubere Attribuierung

Modellbasierte Mengen sind nur so gut wie das Modell. Entscheidend ist die Informationstiefe aus geometrischer (LOG) und alphanumerischer (LOI) Ausprägung. Welche Bauteilparameter benötigt werden, legen die Auftraggeber-Informationsanforderungen (AIA) fest. Fehlt die Attribuierung, bleibt die Auswertung Handarbeit.

Grenzen

Nicht jede Leistung lässt sich sinnvoll aus Geometrie ableiten – Baustelleneinrichtung oder pauschale Positionen bleiben außen vor. Modellbasierte Mengenermittlung ersetzt die fachliche Kalkulation nicht, sie beschleunigt und sichert den mengenbezogenen Teil. Die sauber attribuierte IFC-Modellierung als Grundlage liefern wir auf Wunsch projektfertig.

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