BIM & digitaler Bauantrag: Stand und Perspektive

Auf den Punkt:

Digitaler Bauantrag ist da – aber noch nicht BIM-basiert. Was heute geht, wo BIM hilft und wohin die modellbasierte Genehmigung läuft.

Von Stefan Kratzert

BIM & digitaler Bauantrag

Kurz gesagt: Der digitale Bauantrag ist in 13 von 16 Bundesländern Realität – über den EfA-Dienst „Digitale Baugenehmigung". Eingereicht werden aber bislang PDF-Anlagen, kein Bauwerksmodell. Der echte BIM-basierte Bauantrag steht erst auf der Roadmap. Wer heute gut plant, schafft die Voraussetzung dafür.

Digital heißt noch nicht modellbasiert

„Digitaler Bauantrag" beschreibt aktuell vor allem die papierlose Einreichung: Antrag und Anlagen wandern über einen Online-Vorgangsraum zur Bauaufsicht, statt in Leitzordnern. Bauherrschaft, Planungsbüro und beteiligte Ämter arbeiten parallel am selben Vorgang. Die Pläne selbst liegen dabei meist als PDF (häufig im Langzeitformat PDF/A) vor – nicht als prüfbares 3D-Modell.

Der Stand in Deutschland

Federführend hat Mecklenburg-Vorpommern den Online-Dienst nach dem Einer-für-Alle-Prinzip (EfA) entwickelt; inzwischen nutzen ihn 13 Länder. Berlin, Brandenburg und Hessen fahren eigene Lösungen, Baden-Württemberg etwa das „Virtuelle Bauamt". 2025 wurden bundesweit zehntausende Anträge digital gestellt, in einzelnen Ländern und Kommunen ist die digitale Einreichung bereits verpflichtend. Für die Prüfung der Bauvorlageberechtigung haben die Kammern mit „di.BAStAI" eine bundesweite Auskunftsstelle aufgebaut.

Wo BIM heute schon Hebel hat

Auch ohne modellbasierte Einreichung zahlt sauberes BIM auf die Genehmigung ein: Ein koordiniertes Fachmodell liefert widerspruchsfreie Pläne, korrekte Flächen und Kubaturen sowie nachvollziehbare Nachweise – genau die Konsistenz, an der klassische Einreichungen oft scheitern. Aus dem Modell abgeleitete Plansätze reduzieren Rückfragen und Nachforderungen.

Ausblick: der BIM-basierte Bauantrag

Die offizielle Roadmap nennt Automatisierung, KI-gestützte Vorprüfung und den BIM-basierten Bauantrag als nächste Stufen. Perspektivisch wird das Modell selbst maschinell gegen Bauordnungsrecht geprüft (Model Checking). Bausteine dafür existieren bereits: offene Formate wie IFC sowie maschinenlesbare Geodaten über XPlanung/XBau.

Was das für die Praxis heißt

Heute heißt der pragmatische Weg: digital einreichen, modellbasiert vorbereiten. Wer Grundrisse, Flächen und Plansätze aus einem konsistenten Modell erzeugt, ist sowohl für die aktuelle PDF-Einreichung als auch für die kommende modellbasierte Prüfung gerüstet. Bei der modellbasierten Vorbereitung unterstützen wir mit unserem Festpreis-Konfigurator.

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