BIM-Dimensionen
Kurz gesagt: Die „Dimensionen" von BIM beschreiben, welche Art von Information ein Modell über die reine Geometrie hinaus enthält: Zeit (4D), Kosten (5D), Nachhaltigkeit (6D) und Betrieb (7D). Wichtig zu wissen: Nur 3D bis 5D sind weitgehend einheitlich verstanden – die Bedeutung von 6D und 7D variiert je nach Quelle. Die Zählung ist ein praktisches Ordnungsschema, kein verbindlicher Standard.
Was sind BIM-Dimensionen?
Ein BIM-Modell ist mehr als ein dreidimensionales Abbild. Es ist ein Informationsmodell, dem sich verschiedene Datenebenen hinzufügen lassen. Die „Dimensionen" sind eine gängige Art, diese Ebenen zu benennen: Jede Dimension steht für eine bestimmte Art von Information, die mit demselben Modell verknüpft wird.
Der Grundgedanke: Ein Tragwerksplaner braucht Geometrie, ein Projektsteuerer den Terminplan, ein Kalkulator die Kosten, ein Nachhaltigkeitsberater Energiedaten, ein Facility Manager Wartungsinformationen. Die Dimensionen schaffen einen Rahmen, all diese Informationen an dasselbe Modell zu binden.
Die Dimensionen im Überblick
- 3D – Geometrie: die dreidimensionale Modellierung als Basis, mit Bauteilen und ihren Eigenschaften. Das ist das Fundament, auf dem alle weiteren Ebenen aufbauen.
- 4D – Zeit: Verknüpfung mit dem Terminplan. Bauabläufe lassen sich als 4D-Simulation darstellen, um Reihenfolgen, Abhängigkeiten und zeitliche Konflikte sichtbar zu machen.
- 5D – Kosten: Verknüpfung mit Mengen und Kosten. Änderungen am Modell wirken sich nachvollziehbar auf Kalkulation und Mengenermittlung aus.
- 6D – Nachhaltigkeit: Informationen zu Energie, Ökobilanz und Lebenszyklus. Hier fließen Aspekte wie Energieeffizienz und Umweltwirkung ein – häufig auf Basis von Ökobilanzen (Life Cycle Assessment) und Umweltprodukt-Deklarationen (EPD).
- 7D – Betrieb: Daten für Facility Management und Gebäudebetrieb – etwa Wartungsintervalle, technische Spezifikationen, Garantie- und Herstellerinformationen, damit Betreiber nach der Übergabe alles Nötige strukturiert zur Hand haben.
Warum die Zählung mit Vorsicht zu lesen ist
Hier ist Ehrlichkeit wichtiger als ein sauberes Schema: Branchenweit einig ist man sich nur bei den Dimensionen bis etwa 5D. Bei 6D und 7D gehen die Definitionen auseinander. Manche Quellen ordnen 6D der Nachhaltigkeit und 7D dem Facility Management zu; andere fassen Nachhaltigkeit und Betrieb gemeinsam unter 6D. Vereinzelt werden sogar weitere Dimensionen (8D, 9D, 10D) für Sicherheit, schlanke Bauprozesse oder Vorfertigung genannt.
Der Grund: Dimensionen jenseits von 5D sind nicht in Branchenstandards definiert. Sie sind ein verbreitetes, aber informelles Ordnungsschema. In der Praxis ist deshalb oft aussagekräftiger, die konkrete Informationsebene zu benennen, um die ein Modell erweitert wird – also „Energiedaten" oder „Wartungsdaten" statt nur „6D" oder „7D". Wer mit der Zählung arbeitet, sollte im Projekt klären, was im konkreten Fall damit gemeint ist.
Was bedeutet das für die Praxis?
Entscheidend ist nicht, möglichst viele Dimensionen abzuhaken, sondern vor Projektbeginn festzulegen, welche Informationsebenen tatsächlich gebraucht werden. Daraus ergibt sich, welche Dimensionen sinnvoll sind – und ob die Beteiligten die nötigen Fähigkeiten dafür mitbringen. Mehr Dimensionen bedeuten mehr Aufwand und mehr Daten, die gepflegt werden müssen; ihr Wert entsteht nur, wenn die Information später auch genutzt wird.
Zum Weiterlesen
Wie der Informationsbedarf je Projekt überhaupt festgelegt wird, gehört zum Informationsmanagement nach ISO 19650 – mehr dazu im entsprechenden Beitrag. Das Gesamtbild von BIM als Methode liefert unser Grundlagenbeitrag „Was ist BIM?".
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*Wunderloop erstellt BIM-fähige 3D-Modelle als belastbare Grundlage, auf der sich weitere Informationsebenen aufbauen lassen. Wenn Sie ein Modell als Datenbasis für Ihr Projekt benötigen, stellen Sie uns gern eine unverbindliche Anfrage.*